Cosplay experience

Nach einer Woche kann ich es schon fast als Ritual bezeichnen. Jeden Tag schaue ich gegen späten Nachmittag oder Abend im Maya Lifestyle Shopping Center vorbei. Auf ne Runde kostenloses Top-High-End-Wifi. Ja okay ich gebs offen zu, nach dem Wifi Desaster in Australien ist das zwischendurch mal ganz angenehm. Außer dem grandiosen Wifi gibts auf 6 Etagen aber auch noch jede Menge Shops, eine große Auswahl an Cafés und Snackständen, ausreichend Toiletten, eine ausgezeichnet funktionierende Klimaanlage, viele Sitzmoglichkeiten, einen gut sortierten Supermarkt (in dem oft Klassik im Radio läuft), eine Elektronik IT Area, eine Beautyklinik, eine Dachterasse, einen Co-Working-Space sowie einen Kinokomplex. Und als wäre das noch nicht genug gibts auch noch zwei Foodcourts obendrauf. 



Also hier kannst du es problemlos ein Weilchen aushalten. Theoretisch von 11 – 22 Uhr. Bei Bedarf möglicherweise auch, um dich vor dem bösen Regen oder wahlweise vor der bösen Hitze zu verstecken. Die Superduper-Schnäppchen kannst du hier nicht wirklich abgreifen. Aber dafür gibts ja andere Locations. Zum Beispiel direkt neben dran den Rincome Night Market. Mein Guesthouse ist übrigens auch nur einen Katzensprung entfernt. Wie praktisch.

Maya Lifestyle Shopping Center @ night! And only for me: the pink fountain!

Maya Lifestyle Shopping Center @ night! And only for me: the pink fountain!

Als ich am Samstag also wie gewohnt im Maya ankam war allerdings irgendetwas anders als sonst. Schon draußen vor dem Eingang fiel mir auf, dass einige Besucher irgendwie speziell aussahen. Und drinnen war dann richtig was los.  Viele Menschen, Bühne, Musik, Kostüme, Moderatoren, Jury, Stände, kreischende Teenies.. Supercool! Wo bin ich denn hier gelandet? Auf der Bühne stand was von Cosplay. Aha! Da klingelt doch irgendwas. Hab ich doch direkt schnell nachgegoogelt. Wer oder was war jetzt dieses Cosplay nochmal ganz genau? 

Wikipedia berichtet dazu folgendes: 

Cosplay (japanisch コスプレ, kosupure) ist ein japanischer Verkleidungstrend, der in den 1990er Jahren mit dem Manga- und Animeboom auch in die USA und nach Europa kam. Beim Cosplay stellt der Teilnehmer eine Figur – aus Manga, Anime, Comic, Film oder Computerspiel – durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar.

Der Begriff Cosplay, das japanische Portmanteauwort aus den englischen Begriffen costume und play (frei übersetzt „Kostümspiel“), wurde von Nobuyuki Takahashi geprägt, dem Gründer des japanischen Verlages Studio Hard. Takahashi verwendete seine Neuschöpfung erstmals im Juni 1983 in einem Artikel für die Zeitschrift „My Anime“.

Beim Cosplay stellt der Teilnehmer einen Character, zum Beispiel einen Superhelden oder einen Bösewicht, durch Kostüm, Maske, Accessoires und Verhalten möglichst nah am Original dar. Die Figur kann dabei aus einem Manga, einem Anime, einem Comic, einem Videospiel oder einem Spielfilm stammen. Die Kostüme der meist zwischen 15 und 25 Jahre alten Darsteller sind häufig von hoher Qualität. Auch freie Interpretationen und Darstellungen des anderen Geschlechts sind bei dieser Form des Rollenspiels möglich. In der J-Rock-Fanszene werden oft Mitglieder japanischer Visual-Kei-Bands nachgeahmt.

Cosplay wird überwiegend zum eigenen Vergnügen und für Wettbewerbe auf Anime-Conventions betrieben. Eine mögliche Einnahmequelle sind der Verkauf von selbst geschneiderten Kostümen und jeglicher Art von Zubehör sowie das Modeln oder das Mieten für Events. Nur ein kleiner Teil der Cosplayer betreibt das Hobby, um damit Geld zu verdienen.

Teilweise finden sich Varianten des Cosplays auch in der BDSM-Szene.

Hmm, so weit so gut. Kenne mich jetzt leider nicht so grandios aus der Manga- und Anime-Szene. Also eigentlich überhaupt nicht. Macht ja auch nix. Obwohl – ich kenne Sailor Moon und Pokémon. Und Dragonball. Und Akira. Na also. Da hörts allerdings auch schon wieder auf. Fands bisher auch nicht so spannend mir das im Fernsehen reinzuziehen. Die Serien liefen, glaub ich, irgendwann mal nachmittags auf RTL 2. Sofort hellauf begeistert war ich jedoch von den großartigen, teils aufwendigen und sehr kreativen Kostümen und ganz besonders davon, mit wie viel Stolz und Freude, aber auch mit Ernsthaftigkeit, diese der Allgemeinheit präsentiert wurden! Da hieß es: sehen und gesehen werden! Und die ganze Show, die darum gemacht wurde. Sensationell! So was mag ich! 

Wenn du dich jetzt fragst, welcher Event dort statt fand: 


Na, wenn das nix is! Und so kam es, dass ich zwei Nachmittage im Maya verbracht und mir den Contest angesehen habe. War wirklich unterhaltsam! Gerne mehr davon…

Auf der Bühne präsentierten sich also der Reihe nach die Kandidaten. 



Selbstverständlich gehört zu jedem ordentlichen Contest auch ne kompetente Jury mit dazu. In diesem Fall bestand die Jury klassischerweise aus drei Personen. Mindestens zwei davon sind anscheinend relativ angesagte Cosplayer in Thailand, nämlich Jasper Z und Thames. Hab ich natürlich auch erstmal nachgegoogelt und mich entsprechend informiert. Die Jury hatte an beiden Tagen die Aufgabe, die jeweilige Performance zu kommentieren und zu bewerten. Manche präsentierten nur die Verkleidung bzw. die Figur, die sie darstellen. Dabei war wichtig, das ganze möglichst authentisch rüberzubringen. Also es kam auf die ganze Attitude an. 


Es gab einige Gruppen, die mit (meist ganz miesem) Playback gesungen und getanzt haben. Natürlich auch in Kostümen. Klar. Ich vermute mal, dabei handelte es sich um Titelmelodien von allseits bekannten Serien oder Filmen. Teilweise war das Publikum souverän am Mitsingen und schon beinahe außer Rand und Band. 

Hier eine Tanz Performance. Ich sag mal vorsichtig, ganz klassisch in den obligatorischen Mädchen-Schuluniform-Kostümen.

Diese Jungs hier fand ich persönlich mit am coolsten! Haben aber leider am Ende keinen Preis gewonnen… versteh ich gar nicht!

Außerdem wurden Kampf- oder Dialogszenen nachgespielt. 


Am Ende des Tages fand die Auswertung und anschließend die Siegerehrung statt. Es wurden einige Preise vergeben. Das waren Schecks im Wert von 500 – 8.000 Baht (13 – 207 €). Und ich glaub noch Einkaufgutscheine dazu. Soweit ich das richtig mitbekommen habe. Hab natürlich rein gar nichts von dem verstanden, was so erzählt und angekündigt wurde. Schade eigentlich. Dann wäre ich jetzt noch viel schlauer. 


Zwischendurch wurde das Programm mit bekannteren Showacts aufgepeppt. Am Samstag hat Pond von The Voice Thailand das Publikum mit seinem Gig total begeistert:


Außerdem gab es auch noch eine Art Messe. Also einige Stände mit allerlei schönen Dingen, die ein Cosplayer so braucht. Von A wie Actionfigur bis Z wie Zauberstab. 


Am Ende gabs noch ein Interview mit den beiden Cosplay Stars. 

Hab mal ein bißchen im Internet recherchiert. Cosplay Veranstaltungen sind ja auf der ganzen Welt verbreitet, mal mehr und mal weniger. In Deutschland findet zum Beispiel die Manga Comic Con in Leipzig, in Verbindung mit der Buchmesse, statt. Auf deren Seite habe ich das hier entdeckt: 


F

Bleibt zum Schluss für mich jetzt nur noch die Frage offen: Warum haben die alle so riesengroße Augen?

Und wenn du richtig gute Mangas oder Animes kennst – immer her damit. Ich lass mich gern inspirieren…
Spruch des Tages: 

„Sei immer du selbst! Außer du kannst Batman sein, dann sei Batman!“  

10 Gedanken zu “Cosplay experience

  1. schattenbinder schreibt:

    Was leichtes… Also, da sind zunächst mal die Filme von Studio Ghibli, die kann ich sehr empfehlen. „Das wandelnde Schloss“ ist wundervoll, außerdem „Ponyo“ und natürlich mein persönlicher Liebling „Nausicaä“ – aber das ist nicht so leicht. Bei den Serien bevorzuge ich Sachen, die keine Endlosläufer sind, also maximal 26 Folgen und gut ist. Da kann ich dir „Ano Hana“ and Herz legen. Ist etwas traurig, aber wirklich wunderschön.

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  2. schattenbinder schreibt:

    Hm, Empfehlungen sind immer so schwierig zu geben. Es kommt drauf an, ob du eher auf düstere Sachen stehst oder eher auf was leichteres, Liebe, Drama, Blut und Gedärm, Fantasy, Alltagssachen… in welche Richtung bewegst du dich da?

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  3. Melli schreibt:

    Supercool, auf der MMC werde ich im Oktober auf jeden Fall vorbeischauen! 🙂 Da freu mich jetzt schon drauf! Dann verstehe ich vielleicht auch mal worum es dabei eigentlich geht… also um welche Figuren, Serien, Filme usw…
    Und by the way – könntest du mir vielleicht mal zwei oder drei richtig gute Manga oder Anime empfehlen? Würde mir gerne mal was angucken.. 🙂

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  4. schattenbinder schreibt:

    Die beiden größten Veranstaltungen in Berlin sind die „Animaco“ und die „Mega Manga Con“, die sich jährlich abwechseln. Dieses Jahr ist die MMC dran, die vom 27. – 29.10. stattfindet. Informieren kann man sich hier: http://www.mmc-berlin.com

    Natürlich kann man auch in zivil auf die Convention. Genügend Fans laufen ohne Kostüm herum. Über ehrlich interessierte Besucher, die eigentlich nicht (viel) mit dem Thema zu tun haben, wird sich auch immer gefreut.

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  5. Melli schreibt:

    Freu mich sehr über dein feedback!
    Vielen Dank dafür! Und danke für die Erklärung mit den Augen.. 😀
    40.000 Besucher! Wow! Das ist ja schon ziemlich riesig! Ich vermute, mir würde das dort auch super gefallen! Sind denn auch viele Nicht-Cosplayer auf den Events? Also darf ich auch ohne Kostüm rein..? 😉

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  6. schattenbinder schreibt:

    Letzte Woche fand die größte Anime/Manga-Convention in Deutschland statt, die DoKomi in Düsseldorf. 40.000 Besucher. Das war schon was. Generell gibt es viele solcher Veranstaltungen in Deutschland und es gibt mehr Cosplayer, als man vermutet. Wir sind Schüler, Studenten, Berufstätige und kommen aus allen Schichten. Und es ist toll, dass Menschen, die nie etwas mit diesem Hobby am Hut hatten, so positiv auf uns reagieren. Leider passiert auch mal das Gegenteil und man wird auf der Straße mit Eiern beworfen oder beschimpft. Schön ist anders…

    Übrigens sind die Augen in Mangas so groß, weil über die Augen die Emotionen transportiert werden. 🙂

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